Was gibt es Neues?

Jugend-Film-Preis 2017

Vier MGMler gewinnen 500 € für den besten entwicklungspolitischen Kurzfilm

Filmpreis 2017

Von links nach rechts: Felix Nußbaumer, Amélie Wyss, Laura Lehmann, Liam Petry

MÜLLHEIM (ek). „Mord zwischen Messer und Gabel“ – so lautet der Titel des Kurzfilms, mit dem Laura Lehmann, Amélie Wyss, Felix Nußbaumer und Liam Petry vom Markgräfler Gymnasium bei der 23. Filmschau Baden-Württemberg den ersten Jugend-Film-Preis in der Kategorie „bester entwicklungspolitischer Film“ erringen konnten.

            „Das war schon ein besonderes Gefühl, als wir über den roten Teppich ins Metropol-Kino in Stuttgart schreiten durften“, erinnern sich Laura Lehmann und Amélie Wyss, die das Drehbuch geschrieben, als Schauspieler fungiert und den Film geschnitten haben. Hoffnungen auf einen Preis hatten sie in diesem Moment dennoch nicht, denn, so erläutert Laura, „die Konkurrenz war absolut beeindruckend.“ Mitmachen konnten alle jungen Filmemacher aus Baden-Württemberg bis 25 Jahre, also auch angehende Profis von der Filmakademie Ludwigsburg und der Medienhochschule Stuttgart.

            So ganz ohne Aussicht mussten die vier Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 12 des MGM dennoch nicht zu den Filmtagen fahren, zu denen sie von Mittwoch bis Sonntag eingeladen waren und wo sie viele interessante Vorträge und Workshops besuchen konnten. Zuvor war ihr Film bereits mit dem ersten Preis der Film- und Literaturtage in Kandern sowie mit einem zweiten Preis sowie dem Publikumspreis beim Schüler-Film-Forum in Freiburg ausgezeichnet worden.

            „Unser Film lebt ganz besonders durch Kameraeinstellungen und die Kameraperspektive“, erläutert Laura. Diese Aufgaben hatten Felix Nußbaumer und Liam Petry übernommen. Dabei mussten sie sich teilweise mit einfachen Mitteln und kreativen Ideen behelfen, um bestimmte Einstellungen zu erreichen. So wurde der Kameramann auch mal auf einem Schreibtischstuhl mit Rollen durch das Zimmer geschoben oder herumgewirbelt, um die gewünschte  Wirkung zu erzielen.

            Anders als wohl die meisten der anderen Beiträge wurde der Film der vier Müllheimer Schüler an einem Abend zu Hause gedreht. Das Thema selbst lag den beiden Drehbuchautorinnen jedoch schon länger auf den Herzen: die vielfältige globale Umweltzerstörung. Schon in der siebten Klasse hatten sie ein Projekt organisiert, bei dem sie – als Regenwaldtiere verkleidet – Spenden für den WWF gesammelt hatten.

            Mit ihrem Kurzfilm „Mord zwischen Messer und Gabel“ möchten sie auf die Überfischung der Meere und die damit verbundene Zerstörung, wie zum Beispiel durch Schleppnetze, aufmerksam machen. Dabei spielt ihr Kurzfilm mit den Erwartungen der krimiaffinen Zuschauer und enthüllt erst gegen Ende die tatsächliche Intention, untermauert durch zahlreichen Fakten zum Thema.

            So überrascht wie die Zuschauer am Ende des Films waren die vier Filmemacher aus Müllheim wohl auch bei der Preisverleihung in Stuttgart, als ihr Film und ihre Namen aus dem Umschlag gezogen wurden. „So etwas wie eine Dankesrede hatten wir überhaupt nicht vorbereitet und mussten uns auf der Bühne spontan etwas einfallen lassen“, erzählen Laura und Amélie lachend.

Im Unterschied zu anderen Wettbewerbsteilnehmern hatten sie jedoch keine Sponsoren, die vielen vor allem bei der technischen Ausrüstung zur Seite standen. Da kommt das Preisgeld gerade recht, um sich vielleicht für neue Projekte ein kleines bisschen besser ausstatten zu können.


Text: E. Klaus-Rettberg

 

Hier geht es zum Bericht in der Badischen Zeitung (27.12.2017)