Was gibt es Neues?

„Verstehen kann nur wer erlebt"

MUNBW 2018

MUNBW 2018

Foto von MUNBW

Jedes Jahr begeistern sich erneut mehrere hundert Schüler*innen und Studierende für das politische Geschehen und schlüpfen in die Rolle von Diplomaten, Vertretern von Nichtregierungsorganisationen und der Presse. Die Konferenz „Model United Nations Baden Württemberg" (MUNBW) gibt Jugendlichen aus ganz Deutschland, aber auch aus dem Ausland, die Chance, die Vereinten Nationen und ihre Arbeit hautnah zu erleben. Fünf Sitzungstage werden durch die Teilnehmenden simuliert und durch eine hohe Authenzität interessant gestaltet. Die authentische Atmosphäre wurde in diesem Jahr besonders dadurch unterstützt, dass der Baden-Württembergische Landtag den Raum für die Versammlung bot und zum diplomatischen Parkett wurde. Wie echte Delegierte mussten die Teilnehmer ihr Land in verschiedenen Gremien vertreten und ganz nach dem Vorbild der Vereinten Nationen diskutieren, debattieren und beschließen. Ein vielfältiges Programm rundete die Versammlung ab. Eine feierliche Eröffnungsveranstaltung mit Begrüßungsreden von Muhterem Aras (Landtagspräsidenten), einem Vertreter des Kultusministeriums und des Hauptsponsors Daimler, ließ die Delegierten zum ersten Mal im edlen Dress-Code nach dem Diplomatischen Kodex erscheinen, Gastredner bereicherten Podiumsdiskussionen im Rahmen der Bildungstracks zu den Themen „Global Governance", „Postkolonialismus" und „Ernährungssicherung". Schließlich beendete der festliche Diplomatenball die Konferenz mit viel Musik und guter Stimmung.  Auch in diesem Jahr galt es durch zwei Krisenräte eine inszenierte Krisensituation diplomatisch zu lösen, sowie aktuelle und international relevante Krisen und Problematiken in den acht Gremien zu diskutieren. Die diesjährige Versammlung stand unter dem Thema „70 Jahre Menschenrechte - zwischen weltweitem Anspruch und individueller Wirklichkeit". Gerade die Themenwahl der einzelnen Gremien verdeutlichte gut, dass der Kampf um die Menschenrechte noch lange nicht beendet ist, sich jeden Tag neue Herausforderungen stellen und eben noch nicht alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind. Freie Entfaltung und die Unantastbarkeit der menschlichen Würde sollten überall gewährleistet sein.

Auch 28 Schüler*innen des Markgräfler Gymnasiums Müllheim nahmen an der Konferenz vom 14. bis zum 18. Juni teil. Die große und von den Klassenstufen bunt gemischte Gruppe vertrat sowohl Delegierte, als auch NGO- und Pressevertreter. Die Schüler*innen zeigten sich engagiert und mit großem Interesse. So tauchten in lobenden Erwähnungen der Gremienvorsitzenden mehr als einmal die Namen von Schüler*innen aus Müllheim auf. Ihre Arbeit wurde zuteilen sogar durch einen Preis für die besten Delegierten ausgezeichnet.

"Verstehen kann nur wer erlebt." Mit diesen Worten eröffnete Ihre Exzellenz die Generalsekretärin Anna Friedemann die Model United Nations Baden-Württemberg 2018.  Sie zielt damit auf eine der wichtigsten Intensionen der Konferenz: Jugendliche die Politik nahe bringen, die sie sonst eher selten zu Gesicht bekommen und ebenso ein Gefühl für die Komplexität der Debatten und Schwierigkeiten der Konsenzbildung zu vermitteln. Begeisterung, Inspiration und Fähigkeiten vermitteln, das sind die Leitsätze des Programms, das Jugendlichen einen weltoffenen Blick für die Zukunft mitgeben soll.

Laura Lehmann