Was gibt es Neues?

Zwei tolle Tage zur Förderung der deutsch-französischen Freundschaft

Wie das Collège Pierre Pflimlin und das MGM die deutsch-französischen Beziehungen pflegen

Schüler des Collège Pierre Pflimlin in Brunstatt, Arrondissement Mulhouse, haben sich erst kürzlich mit Schülern des Markgräfler Gymnasiums Müllheim getroffen und damit die  langjährige Tradition des  Ein-Tages-Austausches  beider  Schulen fortgesetzt.

Am 22.01. 2018 feierten die Franzosen und die Deutschen den 55. Jahrestag des Elysée-Vertrages. Das Dokument wurde 1963 von dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer unterschrieben und gilt seitdem als ein Meilenstein  der Kooperation beider benachbarten Länder. Der Vertrag sollte dauerhaft den  Frieden in Europa  sichern.  In einem instabiler gewordenen Europa ist es umso wichtiger, die großen Anstrengungen beider Länder  wertzuschätzen, deren Beziehungen zu stabilisieren  und die Begegnung mit dem Nachbarn zu stärken.  Authentische und regelmäßig wiederkehrende Begegnungen tragen hierzu in einem besonderen Maße bei.

Seit über 10 Jahren finden zwischen beiden Schulen  Ein-Tages-Austausche statt. Die Schüler begegnen  sich an einem Tag in Frankreich und an einem Tag in Deutschland. Die Treffen  finden entweder an den Schulen oder  extern statt. Dieses Jahr hat auf französischer Seite die Lehrerin Sandrine Besaut einen Zoobesuch in Mulhouse und auf deutscher Seite die Lehrerin  Annette Föckler-Teuchert  einen Besuch der Fauststadt Staufen für die Sechstklässler  organisiert.  Begleitende und unterstützende  Lehrer waren auf französischer Seite  Hélène Neff und  der Surveillant Jonathan Stangl, auf deutscher Seite Ralf Wagner.  

Ein halbes Jahr lang haben sich die Schüler zur Vorbereitung  der  Treffen immer wieder  Briefe  in der Sprache des Nachbarn geschrieben.  Um die Kosten für beide Tage der Begegnung  gering zu halten, haben die Kinder mit der Unterstützung der Eltern fleißig gebacken und zweimal Kuchen verkauft.  Vor dem ersten Besuch war die Aufregung auf beiden Seiten sehr groß: Was wird uns erwarten? Werden wir die anderen verstehen?  Wie wird mein Partner reagieren, wenn wir aufeinander treffen? Welches  sind die Lieblingsbeschäftigungen der anderen Schüler?  Bereits nach sehr kurzer Zeit konnten beide Seiten feststellen, dass die Interessen und Vorlieben sehr vergleichbar sind  und die Verständigung  funktionierte.   Im Zoo waren auf beiden Seiten Tiger, Löwen Affen und Eisbären die Lieblinge und natürlich mussten die Tierbabys gleich von allen mit dem  Handy  fotografiert  werden.  Voller Motivation wurden die Aufgaben zu verschiedenen Tierstationen bearbeitet.  Noch vor der Verabschiedung teilten  mehrere  Schüler den Lehrern mit, dass diese Begegnung eine tolle Sache sei  und  sie  sich schon jetzt auf das 2. Treffen freuen würden.  Das Beste daran sei, dass man nun „echte Personen“ treffen würde und  man  es nicht mit Personen aus dem Lehrwerk zu tun hätte, bei  welchen der persönliche Bezug fehlt. Eine Schülerin  sagte begeistert: „Frau Föckler-Teuchert, die Franzosen ticken ja  so wie wir!“

Das nächste Treffen war nur zwei  Wochen später in Staufen. Dort wurde den Franzosen „unser  Colmar“, das historische Staufen, gezeigt. Zunächst besichtigten die Schüler die Burg. Oben wurden alle mit dem wunderschönen Ausblick in die Rheinebene bei tollem Sonnenschein belohnt. Einzelne Schüler waren aber der Meinung, dass man das nächste Mal die Burg „mit dem Flugzeug“  erreichen sollte, um den Aufstieg  zu Fuß  zu vermeiden. Unten angekommen, durften die Schüler ein Eis essen.  Es gab einen kurzen Austausch zu den deutschen und französischen  Bezeichnungen  der Eissorten und dann hatte jeder sein Lieblingseis erhalten.

Weitere Programmpunkte waren  der Besuch des Stadtmuseums, eine Rallye durch die Altstadt, um etwas  über  Faust, Gustave Struve  und  die Hebungsrisse  zu erfahren.  Am Mittag konnten die Schüler Fußball spielen oder eine Runde „chillen“. Noch vor der Rückfahrt fragten so manche  Schüler gleich  nach, ob wir Lehrer noch ein drittes Treffen in diesem Schuljahr organisieren könnten.   Da die französischen Schüler  bald Sommerferien haben,  wird dies zeitlich sehr eng.  Die Lehrerinnen beider Länder sind ihren Schulleitungen jedenfalls  zu großem Dank verpflichtet, dass  diese authentischen Begegnungen  zur Förderung der deutsch-französischen Freundschaft ermöglicht werden und freuen sich schon auf den nächsten Austausch als intensivste Form des Fremdsprachenunterrichts.